Tier & Naturschutz Melle e.V.

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Wasserschildkröte gefunden - Trachemys scripta Mix
Donnerstag, den 26. Mai 2016 um 23:06 Uhr

Eine weibliche Wasserschildkröte wurde am Freitag, dem 20.05. an der Meesdorfer Straße aufgelesen. 

Der Winter in „Freiheit“ ist ihr gar nicht gut bekommen. Sie ist sehr dünn, hat eine Infektion und frisst momentan noch gar nicht. 

Es ist mir ein persönliches Anliegen mal einige Worte dazu zu schreiben:

Immer wieder werden diese Schildkröten ausgesetzt, meistens weil sie ihren Aquarium „entwachsen“ sind.

Doch das ist erstens strafbar und zweitens  endet es meistens tödlich für die Tiere. Denn sie stammen aus klimatisch völlig anderen Gegenden und kommen hier ohne entsprechende technische Unterstützung nicht wirklich klar.

Dieses Exemplar der Gattung Trachemys gehört eigentlich sogar zu den robusteren Arten und doch ist sie nun schwer krank. Leider gelten Wasserschildkröten als recht pflegeleicht und als „Einsteigertiere“ in der Reptilienhaltung.

Allerdings gibt es so viele unterschiedliche Arten und davon wieder Unterarten, die meisten Menschen wissen noch nicht einmal welche Schildkrötenart sie halten.

 

Anfangs klein, farbenfroh und niedlich im Becken paddelnd, werden sie in recht kurzer Zeit sehr groß. Ein neues Becken müsste her, größere Filteranlagen auch aber das kostet natürlich Geld.

Da könnte man sie vielleicht doch auch in den nächsten Teich setzen?

Für die Tiere beginnt in diesem Moment ein langer und qualvoller Leidensweg, der selten gut ausgeht. Er geht nämlich nur dann gut aus, wenn sie gefunden und eingefangen werden und in erfahrene Hände kommen. Wie viele werden dieses Glück wohl haben? 

Diese Schildkröte hatte dieses Glück und doch ist es noch nicht sicher, ob ihre Geschichte gut ausgeht. Wir drücken ihr die Daumen.

 

Fundschildkröte scripta troostii Mix 21.5.16 007

 
Auf dem Weg in die Freiheit: Handaufzucht Stups
Donnerstag, den 26. Mai 2016 um 22:52 Uhr

Es gibt sie noch! Langbeinige Wesen, unglaublich schnell sind sie wenn sie Gefahr vermuten. Mit ihren beweglichen Ohren können sie sogar die leisen Schwingen des Uhus in der Nacht hören. Ihre wunderschönen Augen schauen weise, geben aber kaum etwas von ihren Geheimnissen preis.

Eines dieser faszinierenden Wesen lebt momentan in einer Pflegestelle des Tier- und Naturschutzes Melle e. V. - eine junge Feldhäsin!

Ein kleines Leben

Vor einigen Wochen wurde uns das Feldhasenbaby mit unter 100 g übergeben, eine Katze hatte es angeschleppt. Bei Feldhasenbabys unter 100 g muss man davon ausgehen, dass sie nur wenige Stunden auf der Welt sind und so hing an diesem Baby auch noch die Nabelschnur.

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Lebensrettend: Schnelle Hilfe

Natürlich freuen wir uns, dass hier in der Not des Unglücks richtig gehandelt und das Baby sehr schnell in entsprechend fachkundige Hände zur weiteren Aufzucht kam. Trotzdem erfasst uns auch immer eine Wehmut, denn die verlassenen Hasenmütter suchen bis zu 5 Nächten ihre Babys an ihrem ursprünglichen Ablageort und gerade die Aufzucht junger Feldhasen ist extrem schwierig.

Die Finderin der kleine Häsin hatte sie bereits Stups getauft und Stups nahm glücklicherweise schnell die angebotene Ersatzmilch an.

Schwerer Start

Ehemalige Beutetiere von Katzen können durch deren Biss Keime übertragen bekommen haben. Diese Keime fluten solch einen kleinen Körper innerhalb von Stunden so dass keine Rettung mehr möglich ist. Um dies zu verhindern müssen sofort entsprechende Medikamente eingesetzt werden.

Ein weiteres Problem ist, dass die natürlich Muttermilch die, die Immunabwehr von Wildtierbabys stark stimuliert, in der Handaufzucht leider nur mit künstlicher Milch ersetzt werden kann. Dies kann zu Verdauungsproblemen führen, auch hier muss man mit Präparaten möglichst vorsorgen damit es nicht zu Aufgasungen etc. kommt.

Zudem ist die Milch einer Feldhasenmutter extrem gehaltvoll, so dass ein ein- bis zweimaliges Säugen innerhalb von 24 Stunden ausreichend ist.

In der Handaufzucht von Feldhasen muss man im Abstand weniger Stunden immer wieder füttern und das über viele Tage.

Ganz schön viel für ein nicht mal 100 g schweres Baby wie Stups aber die kleine Kämpferin meisterte die Krise der ersten schweren Wochen.

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Auswilderung

Bald wird Stups in ihr Auswilderungsgehege ziehen um sich dort auf ihr Leben in Freiheit vorzubereiten. Jeden Tag gilt es jetzt, frische Wildkräuter zu suchen, die Stups auch schon sehr gerne neben ihrer langsam reduzierten Milchportion annimmt.20160420 201518

Gute Wildtieraufzuchtstellen bedenken, dass sie ein Wildtier aufziehen und so achten auch wir sehr darauf, dass Stups eben kein Streicheltier ist und irgendwann ein freies Leben führen soll. Der menschliche Kontakt ist rein auf die Aufzieherin reduziert.

Bei Feldhasen die klein in eine Pflegestelle kommen, ist zu beobachten, dass sie ihre Aufzuchtperson sehr genau kennen. Das Auftauchen einer fremden Person kann ab einem gewissen Alter schnell zu einer Panik führen.

Was draußen in der Natur ihnen durch eine schnelle Flucht das Leben rettet, kann in der Gefangenschaft auf begrenzten Raum zu großen Problemen führen (z. B. Brüche der Gliedmaße). Deshalb ist ein umsichtiges, weit vorausschauendes Handeln rund um die Feldhasenaufzucht für die Zöglinge absolut unerlässlich.

Probleme für Feldhasen

Wir hoffen, dass Stups bald ein langes Leben in Freiheit führen kann. Dass sie selber Hasenbabys bekommt und so zur Stabilisierung der Hasenpopulation beiträgt denn Feldhasen haben es heutzutage schwer.

Die ständig zunehmende Bewirtschaftung ihres Lebensraums. Ihre Nahrung, die so wichtigen Wildkräuter, werden vom Menschen schnell als unnütz, ja sogar Unkraut bezeichnet und vernichtet.

Da Feldhasen ihr gesamtes Leben (im Gegensatz z. B. zum Wildkaninchen) überirdisch verbringen, sind sie jeglichen Pestiziden die auf die Felder ausgebracht werden, schutzlos ausgeliefert.

Durch die heutzutage häufige Wiesenmaht und das anschließende Düngen mit Gülle sind ihre Babys immer wieder in großer Lebensgefahr.

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Umsicht gerade in der Brut- und Setzzeit

Und denken Sie selber daran wenn Sie das nächste Mal mit ihrem Hund spazieren gehen: In dem nächsten Feldrandstreifen oder der kleinen Wiese nebenan könnte ein Hasenbaby wie Stups gut verborgen auf den nächtlichen Besuch seiner Mutter warten, statt dessen kommt Ihr Hund.

Der muss dem Baby noch nicht mal etwas tun, allein seine Berührung, die Verteilung seines Geruchs könnte dem Feldhasenbaby (oder anderen jungen Wildtieren) das Leben kosten.

Vieles im Leben der Feldhasen ist noch nicht erforscht, vielleicht werden wir Menschen irgendwann mehr Wissen über Feldhasen - wenn es sie dann noch gibt.

 
Denkmalpflege am 14.05.16
Sonntag, den 15. Mai 2016 um 12:08 Uhr

Die fleißigen Helferlein waren wieder aktiv und haben das
Kriegerdenkmal in Westerhausen in Schuss gebracht.
Mit Hacken, Schaufeln, Besen und Motorsense wurde das Unkraut bekämpft
und die Wege gefegt.
Bei der Arbeit kam der Spaß natürlich nicht zu kurz.

 
Fundkaninchen 3/2016
Donnerstag, den 05. Mai 2016 um 23:17 Uhr
Ich weiß nicht mehr, war ich Dir irgendwie entkommen oder hast Du mich ausgesetzt?
Nun saß ich da, ich wußte nichts von dieser Welt die mir Angst machte. Fremde Gerüche, wilde Tiere, nichts von dem was ich gewohnt war.
Meine Krallen die Du mir nie gekürzt hattest, vorher haben sie mich nicht so gestört, weil ich wohl nicht viel laufen konnte. Jetzt saß ich im Grönegau Park mit diesen ellenlangen Dingern.
Was sollte ich dort? Sollte ich die große Freiheit genießen? Oder wolltest Du mich einfach nur los werden?
Wenn es dunkel wurde, war es so kalt, ich hatte noch mehr Angst und so viel Hunger. Es gab nicht das Futter das ich kannte aber es gab viel Grünes und ich fraß weil ich nichts anderes hatte.
Dann kamen die Schmerzen. Mein ganzer Bauch tat so weh und dieser schlimme Durchfall.
Mein Fell war ja vorher schon so verfilzt, jetzt mit dem Durchfall, ich konnte es nicht sauber machen und es stank so schlimm …
 
Der vorletzte Tag meines Lebens:
Wieder hatte ich versucht durchzuhalten, ich hatte Angst, bald kommt wieder die Nacht.
Da kam jemand und nahm mich mit. Immer noch hatte ich Angst aber ich musste nicht mehr in der kalten Nacht sitzen. Danke an diesen Menschen, dass er nicht weggesehen hat und mir half.
Dann kam eine Frau und nahm mich mit. Als sie mich hochnahm sah sie die ganze Scheiße an mir herunterhängen. Die schlimmsten Kotklumpen entfernte sie und versprach mir, dass sie mir helfen würde. Sie setzte mich in ein dichtes, weiches Strohnest und in duftendes Heu. Sie sprach leise mit mir aber ich konnte gar nicht zuhören. Gerne hätte ich ein bisschen Heu gefressen aber ich hatte so schlimme Bauchschmerzen, mein ganzer Körper tat so weh.
Während der Nacht kam die Frau immer wieder und gab mir Medizin in die Schnauze.
Ich versuchte zu kämpfen, wie sie es sagte aber ich wurde immer schwächer.
Irgendwann ging die Sonne auf. Warum war ich nicht schon früher hierher gekommen?
Warum hat Du mein Mensch mich nicht hierher gebracht?
Hier hätte ich mich ausgekannt und hätte wirklich ein neues Leben beginnen können. Nun war es zu spät.
Mein Körper konnte die Hilfe nicht mehr annehmen.
 
Hast Du mich jemals lieb gehabt?
Meine Krallen, der viele dicke Filz in meinem Fell - sie erzählen darüber wie wichtig ich Dir war.
Ich hätte gerne noch ein schönes Leben kennengelernt aber ich bin nach Tagen draußen voller Angst und Schmerz gestorben.
Du hast mich wohl schon vergessen.
Ganz sicher werde ich aber von denen, die, die letzten 2 Tage meines Lebens für mich da waren nicht vergessen. In ihren Gedanken werde ich noch lange unvergessen sein, leider als das Kaninchen das so unnötig starb.
 
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