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Zur Zeit rufen viele Menschen an, die ein Igelnest mit Jungtieren
finden. Sie liegen unter Sträuchern oder Hohlräumen unter Holzställen.
In Deutschland werden rund 80 % aller Igel in den Monaten
August und September geboren.
Nach einer Tragzeit von 35 Tagen kommen durchschnittlich vier
Junge zur Welt. Bei der Geburt der 12 bis 25 Gramm schweren
Igelbabys sind Augen und Ohren geschlossen, sie haben aber schon
etwa 100 Stacheln. Im Alter von 14 Tagen beginnen sich Augen und
Ohren zu öffnen, nach drei Wochen stoßen die Zähnchen durch. Die
Igelin säugt die Kleinen 42 Tage lang, und zwar tagsüber, denn nachts
geht sie auf Nahrungssuche. Im Alter von 25 Tagen verlassen die Jungen
erstmals das Nest und unternehmen kleinere Ausflüge, bei denen sie
damit beginnen, auch feste Nahrung aufzunehmen. Weder begleitet
sie die Mutter auf der Futtersuche, noch zeigt sie ihnen, wie sie welche
Nahrung erbeuten können. Mit sechs Wochen sind die Jungtiere
selbständig und zerstreuen sich allmählich. Die Männchen haben mit der
Aufzucht der Jungen nichts zu tun.
Die Aufzucht von verwaisten Igelsäuglingen ist Laien ohne
Anleitung nicht möglich!
Der Kernpunkt bei der Aufzucht verwaister Säugetiere ist die richtige
Ernährung. Bei der Wahl einer Ersatz-Muttermilch sollte man sich an
der Zusammensetzung der natürlichen Muttermilch orientieren.
Kuhmilch (auch verdünnt) und alle Menschenbabynahrung (auch Heilnahrung)
sind für Igelbabys völlig ungeeignet
Welche Findlinge sind verwaiste Igelsäuglinge?
Mutterlose Igel, bis zum Alter von etwa 14 Tagen, noch blinde und taube
Säuglinge. Bis zum Alter von 6 Wochen werden die Kleinen von der Igelin
gesäugt, sind also unselbstständige Babys, die ohne Mutter hilflos sind.
Diese Igelchen müssen richtig aufgezogen werden, um zu überleben.
Welche Igel brauchen Hilfe?
Hilfsbedürftig sind:
Verletzte Igel:
Oft deuten schon Fundort und -umstände (Straße, Bauarbeiten) auf
Verletzungen hin. Tiere, die vermutlich tagelang in Gruben, Lichtschächten
o.ä. ohne Wasser und Futter gefangen waren, brauchen ebenfalls Hilfe.
Kranke Igel:
Man erkennt sie meist daran, dass sie tagsüber Futter suchen,
herumlaufen, -torkeln oder -liegen. Auf kranken Igeln (wie auch auf
Säuglingen und Verletzten) sitzen in der warmen Jahreszeit häufig
Schmeissfliegen, die ihre Eier ablegen.
Kranke Igel sind apathisch, rollen sich kaum ein, sind oft mager.
(Einbuchtung hinter dem Kopf, herausstehende Hüftknochen)
Ihre Augen stehen nicht halbkugelig hervor, sie sind eingefallen, schlitzförmig.
Verwaiste Igelsäuglinge:
Igeljunge, die sich tagsüber ausserhalb ihres Nestes befinden,
noch geschlossene Augen und Ohren haben und sich womöglich
kühl anfühlen, sind mutterlos und benötigen dringend Hilfe.
Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Dauerfrost und/oder Schnee
herumlaufen:
Auch solche Igel findet man hauptsächlich bei Tag. Es kann sich um
kranke oder schwache Alttiere handeln; öfter sind es Jungtiere, die
spät geboren, evtl. auch krank sind und/oder sich wegen des geringen
Nahrungsangebots im Spätherbst kein für den Winterschlaf
ausreichendes Fettpolster anfressen konnten.
Zufütterung in nahrungsarmen Zeiten
Durch die rechtzeitige Einrichtung einer Futterstelle in den
nahrungsarmen Jahreszeiten erübrigt es sich oft, untergewichtige
Igel in menschliche Obhut zu nehmen. Für den Futterteller eignen
sich z.B. Katzendosenfutter, mit Igeltrockenfutter oder Haferflocken
vermischt und /oder ungewürztes Rührei.
Um das Futter vor Vögeln, aber auch vor Regen zu schützen, stellt man
es abends z.B. in ein mit mindestens zwei 10 x 10 cm kleinen
Einschlupflöchern versehenes Kistchen.
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